Heute ist Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche.
Einer der beiden Momente im Jahr, an denen Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht bei uns genau gleich lang sind. Von jetzt an werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer.
Die Vögel sind zurück, übertönen sich gegenseitig mit ihrem Gesang und beginnen bereits fleissig ihre Nester zu bauen. Nach Schneeglöckchen, Krokus und Primel zeigen sich nun auch Narzissen, Tulpen und Magnolien in ihrer vollen Pracht. Überall wird es grün, überall beginnt etwas zu spriessen.
Das Leben kehrt nach dem Winter zurück.
Das Jahreskreisfest, das diese Zeit zelebriert, heisst Ostara.
Ostara markiert den Übergang vom Winter in den Frühling. Vom Rückzug ins Aufbrechen, vom stillen Reifen ins sichtbare Wachstum.
Nach den stilleren Wintermonaten sind auch wir eingeladen, wieder ein wenig mehr ins Licht zu treten und uns zu fragen:
Was wollen wir in diesem Jahr nähren?
Was darf bzw. soll wachsen?
Vielleicht magst du dir in diesen Tagen einen Moment Zeit nehmen, über diese Frage nachzudenken.
Und wer weiss, vielleicht hast du Lust, eines der beiden folgenden (kleinen) Rituale auszuprobieren.
Der Frühling ist die Zeit der Samen.
Alles, was wir jetzt draussen sehen wie z.B. die Blumen, das junge Grün, die ersten Blätter, hat als kleiner Samen begonnen, verborgen in der Erde.
Vielleicht möchtest du dir in diesen Tagen einen kleinen Moment Zeit nehmen und selbst einen Samen setzen.
In einen Blumentopf auf der Fensterbank, in ein Beet im Garten oder in eine Schale auf dem Balkon.
Während du die Erde über den Samen streust, kannst du dir noch einmal die Frage stellen:
Was möchte ich in diesem Jahr nähren?
Was darf wachsen?
Vielleicht ist es ein Projekt.
Vielleicht eine Idee.
Vielleicht mehr Mut, mehr Ruhe oder mehr Vertrauen.
Der Samen erinnert uns daran, dass Wachstum Zeit braucht.
Und dass vieles zunächst unsichtbar beginnt. Unter der Oberfläche, im Verborgenen. Und mit Geduld, Licht und Wasser beginnt dann etwas Neues zu keimen.
Der Frühling ist auch eine Zeit des Aufbruchs.
Überall beginnt etwas zu wachsen, zu blühen und sich zu bewegen.
Ich merke auch bei mir selbst, dass ich unruhiger werde, ungeduldiger mit mir selber. Dass ich das Gefühl habe, schon Vollgas geben zu müssen und dass die Zeit plötzlich nur so an mir vorbeirast.
Dann hilft es mir, einen Gang runterzuschalten, bewusst zu atmen und mich daran zu erinnern, was ich als Kind so häufig getan habe: still zu werden, ganz im Moment präsent zu sein und nichts anderes zu tun als zu beobachten. Häufig reicht eine kurze Auszeit, damit ich wieder ruhiger werde und mehr bei mir selbst ankomme. Und erstaunlich oft kommen mir gerade in diesen stillen Momenten die besten Gedanken und Ideen.
Vielleicht magst du das ja in den kommenden Tagen auch einmal ausprobieren. Du brauchst einen Ort draussen, an dem du für fünfzehn Minuten ungestört bist. Lass das Handy bewusst in der Tasche und tu nichts weiter, als wahrzunehmen, was um dich herum geschieht.
Vielleicht hörst du das Zwitschern der Vögel.
Vielleicht siehst du, wie sich ein Zweig im Wind bewegt.
Vielleicht riechst du die feuchte Erde oder spürst die warmen Sonnenstrahlen auf deiner Haut.
Ich wünsche dir in diesen Tagen immer wieder Momente der Ruhe.
Momente, in denen du still werden darfst und wahrnimmst, was um dich herum (und vielleicht auch in dir) zu wachsen beginnt.
Herzlich, Nicole
Der Jahreskreis begleitet mich schon seit vielen Jahren und ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit.
Gemeinsam mit Isabelle Hauser gestalte ich ein Angebot für Frauen, mit dem wir bewusster durchs Jahr gehen und die acht Jahreskreisfeste zelebrieren.