Sommersonnenwende - Sommer einfangen

In wenigen Tagen feiern wir die Sommersonnenwende. Auch Mittsommer oder Litha genannt.

 

Es ist die Zeit des längsten Tages und der kürzesten Nacht des Jahres. Die Sonne erreicht ihren höchsten Stand und die Natur zeigt sich in ihrer vollen Kraft.

 

Die Wiesen leuchten in kräftigen Farben. Die Rosen stehen in voller Blüte. Holunder und Linde erfüllen die Luft mit ihrem Duft. Früchte beginnen zu reifen.

 

Fülle pur.

 

Und gleichzeitig bringt die Sommersonnenwende für mich immer auch ein kleines bisschen Wehmut mit sich.

 

Denn während wir den Höhepunkt des Lichtes feiern, werden die Tage von nun an langsam wieder kürzer. Ganz allmählich wenden wir uns dem dunkleren Halbjahr zu.

 

Litha lädt uns ein, einen Moment innezuhalten. Die Fülle um uns und in uns wahrzunehmen. Zu würdigen, was bereits gewachsen ist. Und das Licht, die Wärme und Süsse dieser Zeit im Jahr einfach nur zu geniessen.

 

Jedes Jahr fange ich mir mit dem Sonnenwendssträusschen ein Stück dieser Sommerfülle ein. Wenn auch du Lust hast, Litha dieses Jahr bewusster zu zelebrieren, findest du hier ein paar Ideen dazu:

Sträusschen binden

Seit vielen Jahren gehört das Binden eines Sonnenwendsträusschens zu meinen allerliebsten Traditionen zur Sommersonnenwende.

Dafür sammle ich Blumen, Gräser und Kräuter, die gerade in voller Blüte stehen. Traditionellerweise werden dabei 7, 9 oder 12 verschiedene Pflanzen verwendet.

Zu Hause binde ich die gesammelten Pflanzen zu einem (oder zwei) kleinen Sträusschen zusammen. 

Anschliessend trockne ich das Sträusschen und bewahre es bis zur Wintersonnenwende auf.

So begleitet mich ein kleines Stück des Sommer durch die zweite Jahreshälfte.

Wenn zur Wintersonnenwende die längste Nacht des Jahres kommt, übergebe ich das Sträusschen dem Feuer.

Für mich ist das eine Erinnerung daran, dass alles seine Zeit hat. Dass auf jede Dunkelheit wieder Licht folgt. Auf jeden Winter ein neuer Frühling. Und auf jede Zeit des Rückzugs irgendwann wieder die Fülle.

Sonne begrüssen

Wähle einen Morgen rund um die Sommersonnenwende aus und stelle dir den Wecker etwas früher als gewöhnlich, um den Sonnenaufgang bewusst erleben zu können.

 

Mach dir eine Tasse Tee, Kaffee oder Kakao, suche dir einen schönen Platz in der Natur und beobachte, was um dich herum geschieht.

 

Die Luft ist noch kühl. Der Tau glitzert auf den Pflanzen. Und noch bevor die Sonne über dem Horizont erscheint, beginnen die Vögel ihr Morgenkonzert. Fast so, als würden sie die Sonne und den neuen Tag begrüssen.

 

Dann zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen und tauchen die Landschaft in warmes Gold.

 

Nimm dir einen Moment Zeit und danke der Sonne für alles, was sie uns schenkt. Ohne ihr Licht und ihre Wärme wäre Leben auf der Erde nicht möglich.

 

Denke auch an alles, was in diesem Jahr in deinem Leben bereits gewachsen ist.

Erinnere dich daran, wie reich beschenkt du bist.

Rotöl herstellen

Wenn ich an die Sommersonnenwende denke, fällt mir ziemlich bald auch das Johanniskraut ein.

 

Seine leuchtend gelben Blüten beginnen rund um Mittsommer zu blühen und gelten seit langer Zeit als Sonnenpflanze.

 

Hält man eine Blüte zwischen den Fingern und zerreibt sie vorsichtig, zeigt sich manchmal bereits die rote Farbe, die später auch dem Rotöl seinen Namen gibt. Dieses Öl ist eine Wohltat bei kleinen Verbrennungen, Sonnenbrand oder auch Verspannungen. 

 

Ich bin jedes Jahr aufs Neue fasziniert davon, wie aus den leuchtend gelben Blüten während der folgenden Wochen ein tiefrotes Öl entsteht.

 

Ein kleines Sommerwunder im Glas.

 

Wenn du dieses Jahr selbst ein Rotöl herstellen möchtest, findest du hier die Anleitung zum Herunterladen.

Blüten tragen

Litha ist nicht nur ein Fest der Fülle, sondern auch der Lebensfreude.

Ein Fest, das uns einlädt, sichtbar zu werden und unser eigenes Licht strahlen zu lassen.

 

Vielleicht hast du deshalb Lust, dich an diesem Tag mit den wunderschönen Blumen des Sommers zu schmücken.

 

Seit langer Zeit gehören Blumenkränze zu den Mittsommerbräuchen vieler Regionen Europas. Aus Wiesenblumen, Rosen, Margeriten oder Gräsern lassen sich wunderschöne Kränze binden, die die Farben und Düfte dieser Jahreszeit einfangen.

 

Wenn du keinen Blumenkranz binden möchtest, sind auch Blütentattoos eine schöne Möglichkeit, den Sommer auf die Haut zu zaubern. Dafür streichst du die Haut an einer gewünschten Stelle mit etwas Vaseline oder Aloe-Gel ein und legst anschliessend einzelne Blütenblätter oder kleine Blüten darauf. 

Herzlich, Nicole

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