Holundermagie

Jedes Jahr gibt es mehrere Momente, auf die ich mich besonders freue.

Zum Beispiel den Moment, an dem ich die ersten Schneeglöckchen entdecke.
Oder wenn die Magnolie blüht.

 

Und ein weiterer Moment, der mich jedes Jahr aufs Neue verzaubert, ist der Duft der ersten Holunderblüten. Denn meistens ist es so, dass ich draussen unterwegs bin und den blühenden Holunder rieche, bevor ich ihn überhaupt sehe. 

 

Dieses Jahr war es anders.
Ich habe die ersten Blüten gesehen, aber es war so kalt und nass, dass ich geduldig auf den Moment warten musste, in dem sich auch ihr unverkennbarer Duft bemerkbar macht.

 

Aber nun ist es so weit:

Es riecht nach Holunderblüten.
Nach Frühsommer.
Nach warmen Abenden draussen.
Nach Erdbeeren und Rhabarber.
Nach barfuss durch den Garten hüpfen.

 

Der Holunder zählt schon lange zu meinen liebsten Pflanzen überhaupt. 

Wahrscheinlich, weil er so vieles vereint, das mich seit Jahren begleitet und fasziniert:

Pflanzenheilkunde, Verarbeiten von Naturschätzen und Märchensymbolik.

Heilpflanze

Schon seit langer Zeit gilt der Holunder als eine der wichtigsten Heilpflanzen Europas. Seine Blüten werden traditionell als Tee bei Erkältungen und Fieber verwendet, weil sie wärmend und schweissfördernd wirken. Auch die Beeren gelten seit jeher als stärkend und unterstützend für das Immunsystem.

 

Und genau so nutze ich die Heilkraft des Holunders auch persönlich und bin froh um die getrockneten Blüten bzw. den Holunderbeerensaft, wenn sich eine Erkältung bemerkbar macht. 

Märchen

Dem Holunder wird seit jeher eine Verbindung zur Anderwelt nachgesagt.

In einigen Regionen gilt er heute noch als heiliger Baum, oder als Feenbaum, den man um Erlaubnis bitten muss, bevor man Blüten und Beeren sammelt. 

 

Auch mit Frau Holle ist der Holunder seit langer Zeit verbunden. Der Holunder wurde mancherorts „Holder“ oder „Holler“ genannt. Namen, die möglicherweise auf Holda oder Holla zurückgehen, jene alte Sagengestalt, die später als Frau Holle in Märchen weiterlebte.

 

Dabei ist Frau Holle weit mehr als nur die Frau, die Schnee aus den Betten schüttelt.

In alten Vorstellungen war sie eine Gestalt zwischen Leben und Tod, Winter und Frühling, Diesseits und Anderwelt. Eine Hüterin von Wandel und Übergängen.

Rezepte

Und natürlich trockne ich nicht alle Blüten, die ich sammle für den Winter, sondern stelle auch jedes Jahr einige leckere Rezepte her, die uns den Frühsommer direkt ins Haus bringen. 

 

Falls du Lust bekommen hast, den Holunder auch in deine Küche einziehen zu lassen, habe ich drei Rezepte in einem kleinen Dokument zusammengestellt. 

 

Herzlich, Nicole

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