Eine einfache Frage, könnte man meinen. Nur vier Wörter.
Und gleichzeitig eine Frage, die wir einander, oder vielleicht auch uns selbst, viel zu selten stellen.
Wenn Erwachsene einander begegnen, sprechen wir oft darüber, welche Ausbildung wir gemacht haben. Wo wir arbeiten. Wo wir wohnen. Ob wir eine Familie haben. Wie alt wir sind.
Seltener sprechen wir darüber, was uns wirklich berührt. Was uns begeistert. Wann wir die Zeit vergessen. Was uns lebendig fühlen lässt.
Wahrscheinlich liegt das daran, dass unser Alltag oft voller Termine, Aufgaben und Verpflichtungen ist. Nicht selten drehen wir uns dabei in einem Hamsterrad aus To-do-Listen, Erwartungen und Verantwortlichkeiten.
Tage, Wochen und Jahre vergehen.
Und manchmal sind wir so beschäftigt damit, allem und allen gerecht zu werden, dass wir uns selbst dabei vergessen. Und so verlieren wir manchmal den Kontakt zu den Dingen, die uns Freude schenken, Kraft geben und lebendig fühlen lassen.
Und jetzt, wenn ich so über diese Frage nachdenke, fallen mir meine drei liebsten Kinderbücher ein, die mich auch heute noch sehr berühren. Auf den ersten Blick scheinen sie zwar unterschiedlich zu sein, aber sie drehen sich alle drei genau um die wirklich wichtigen Fragen:
Wie wollen wir die Zeit die uns gegeben ist verbringen?
Was ist das Wesentliche im Leben?
Wie finden wir den Mut, neue Wege zu gehen oder für das einzustehen, was (für uns) richtig ist?
Vielleicht begleiten mich diese Geschichten deshalb bis heute. Weil sie mich daran erinnern, dass das Leben nicht nur daraus besteht, Dinge zu erledigen. Sondern daraus, es zu leben.
Mein Herz schlägt dafür, bewusst(er) zu leben.
Ich habe mehr als einmal erfahren, wie endlich das Leben ist. Dass wir keine Garantie haben für auch nur eine einzige Sekunde davon. Deshalb möchte ich jetzt leben. Mehr im Moment ankommen. Die grossen und kleinen Momente des Lebens (und Alltags) zu geniessen und zelebrieren.
Mein Herz schlägt dafür, die Augen offen zu halten, für den Zauber der uns tagtäglich umgibt.
Die Bienen die fleissig die Blüten bestäuben. Die Amsel die für mich ein Lied singt. Das Licht das durch die Bäume fällt. Die Umarmung eines lieben Menschens. Die Schneeglöckchen nach einem langen Winter. Der Wind im Herbst, der Blätter aufwirbelt. Mein Hund, der sich über den Schnee freut. Die Hagenbuttenkonfitüre, die ich in vielen Stunden eingekocht habe und die mir den Sommer noch lange in Erinnerung rufen wird.
Mein Herz schlägt für achtsam gesprochene bedeutungsvolle Worte und die Weisheit die in uralten Geschichten steckt.
Mich fasziniert was wir mit Sprache ausdrücken können. Wie Worte trösten oder Hoffnung schenken können. Und gerade die Märchen rühren tief in mir etwas an. Zeigen auf, dass es in jedem Leben Momente gibt, in denen «der Drache unbezwingbar» scheint, dass man es jedoch mit der eigenen Herzenskraft und «magischer» Unterstützung von anderen schaffen kann sein «Happy End» (oder Ziel) zu erreichen.
Mein Herz schlägt für echte Begegnungen.
Für Gespräche, die über Smalltalk hinausgehen. Für Menschen, die bereit sind, einander wirklich zuzuhören. Für ehrliches Interesse und echte Verbundenheit. Wo ich mich selbst sein kann und mich verstanden fühle.
Zusammengefasst schlägt mein Herz für all die kleinen und grossen Dinge, die mein Leben lebenswert machen.
Und nun bin ich neugierig…
Vielleicht magst du dir heute einen Moment Zeit nehmen, um über diese ach-so-wichtige Frage nachzudenken. Nur für dich.
Und wer weiss, vielleicht gibt es in den nächsten Tagen ja einmal die Gelegenheit, dass du dir Zeit nimmst für eines der Dinge, für die dein Herz schlägt.
Wenn du möchtest, dann darfst du deine Antwort auf diese Frage auch gerne unten in den Kommentaren mit mir teilen oder du schickst mir hier eine Nachricht. Ich würde mich sehr darüber freuen! Denn ich finde, wir sollten viel öfter darüber sprechen, was uns berührt, begeistert und lebendig fühlen lässt.
Herzlich, Nicole
PS: Ja, ich mag Fragen wie diese.
Fragen, die uns daran erinnern, was uns wirklich wichtig ist und wofür unser Herz schlägt.
Vielleicht lese ich genau deshalb die Rubrik «Wofür schlägt dein Herz?» in meiner Lieblingszeitschrift Holunderelfe so gerne.
Umso schöner ist es, dass ich für die aktuelle Sommerausgabe eingeladen wurde, selbst einen Beitrag für diese Rubrik zu verfassen